Veröffentlicht am 2. August 2026
Wind und Solar produzieren Strom so günstig wie kaum eine andere Technologie. Warum zahlen Haushalte in Deutschland dann trotzdem rund 37 Cent pro Kilowattstunde und wird es mit 100 Prozent Erneuerbaren endlich billiger? Darüber diskutieren wir mit den Energieexperten Prof. Lion Hirth und Dirk Specht. Gemeinsam schauen wir hinter die Stromrechnung: Wie viel entfällt auf die eigentliche Energie, wie viel auf Netzentgelte, Steuern und staatlich regulierte Bestandteile? Welche Rolle spielen Finanzierungskosten, Bürokratie und der stockende Netzausbau?
Außerdem erklären wir die viel kritisierte Merit Order: Warum bestimmt das teuerste noch benötigte Kraftwerk den Börsenstrompreis? Entstehen dadurch Übergewinne bei Wind- und Solarparks oder reicht der Börsenpreis nicht einmal aus, um ihre Investitionskosten zu decken? Besonders auffällig sind die extremen Preisschwankungen: von rund −500 bis +700 Euro pro Megawattstunde. Lion Hirth sieht darin keinen Beleg für einen kaputten Markt, aber ein deutliches Warnsignal für fehlende Flexibilität, mangelnde Kraftwerksreserven und Millionen Anlagen, die noch nicht intelligent auf das Stromangebot reagieren. Dirk Specht kritisiert vor allem die hohen Kapital-, Flächen-, Infrastruktur- und Regulierungskosten des deutschen Energiesystems.