Ausstieg aus dem Gasnetz
Veröffentlicht am 14. Juni 2026
Die neue Bundesregierung verspricht beim Heizen wieder mehr „Technologieoffenheit“ im Gebäudemodernisierungsgesetz. Gasheizungen sollen politisch nicht mehr so klar ausgebremst werden wie zuvor. Doch was als Freiheit im Heizungskeller verkauft wird, könnte für Bürger zur neuen Unsicherheit werden: Wie teuer wird Gas in Zukunft? Wie lange lohnt sich ein Anschluss ans Gasnetz überhaupt noch? Und wer trägt die Kosten, wenn immer weniger Haushalte daran hängen? In dieser Folge schauen wir nach Mannheim – eine Stadt, die ihre Wärmewende nicht erst diskutiert, sondern bereits umsetzt. Die kommunale Wärmeplanung ist beschlossen, die Fernwärme soll klimaneutral werden, große Wärmepumpen, Abwärme, Geothermie und weitere erneuerbare Quellen sollen fossiles Gas Schritt für Schritt ersetzen. Mannheim zeigt damit, wie konkrete Klimaschutzpolitik vor Ort aussehen kann. Doch genau diese kommunale Planung trifft nun auf eine Bundespolitik, die neue Unklarheiten schafft. Wenn Berlin Technologieoffenheit predigt, aber keine verlässliche Richtung vorgibt, wird es für Kommunen, Stadtwerke und Bürger schwieriger zu planen. Die eigentliche Heizungsdebatte beginnt deshalb nicht bei der Frage, was noch erlaubt ist. Sondern bei der Frage, welche Infrastruktur vor Ort in zehn oder zwanzig Jahren noch verfügbar, bezahlbar und klimafreundlich ist. Wir sprechen mit Sonja Witkowski von Fraunhofer UMSICHT und Dr. Hans-Jörg Roll von MVV Energie über Mannheims Silllegung des Gasnetzes, über die Rolle von Fernwärme und Großwärmepumpen – und darüber, warum das neue Heizungsgesetz am Ende mehr Unsicherheit schaffen könnte, als es löst.